Gesichert wie Fort Knox

28.07.2017 05:58

Wachschutz und Werttransporte sind das Kerngeschäfte der WDU GmbH in Schwedt. Das Drei-Mann-Geschäft hat sich in rund 14 Jahren zu einem 260-Mitarbeiter-Unternehmen ausgewachsen. Das erregte die Aufmerksamkeit von Wirtschaftsminister Albrecht Gerber.

Die Notruf- und Serviceleitstelle der WDU GmbH in Schwedt ist gesichert wie Fort Knox. Starke Stahlbetonwände. Stahltüren in einer Eingangsschleuse öffnen sich nur nach Sicherheits-Checks und nacheinander, unabhängig voneinander. Das Sicherheitsglas hält Schlägen und Geschossen stand. Videokameras überwachen die Räume und Zugänge. Server summen. Eine Telefonbatterie steht auf dem Tisch. Eines blitzt rot heraus. Das Lüftungssystem hat Spezialfilter. Es gibt Gasdetektoren, Notstromversorgung und Netzersatzanlagen. Für das Personal auch Toiletten und Waschgelegenheiten im geschützten Bereich. Alles geprüfte, zertifizierte Qualität. WDU ist eine der wenigen Firmen im Osten, die auf diesem Level arbeiten. Selbst Wirtschaftsminister Albrecht Gerber, der Landtagsabgeordnete Uwe Schmidt (SPD) und Landrat Dietmar Schulze müssen sich mit ihrem Personalausweis ausweisen, ehe sie die Leitstelle betreten dürfen.

Jörg Holz ist Chef der Notruf- und Leitzentrale. Die arbeitet rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Computertechnik, Elektronik und Telefonanlage sind gerade wieder auf den neuesten Stand gebracht worden. Auf einem Dutzend Monitoren laufen Bilder von Überwachungskameras und flimmern Kundendaten, sind Einsatzorte von Mitarbeitern in ganz Deutschland erkennbar. Innerhalb von Sekunden muss die Schichtbesatzung einen eingehenden Alarm bearbeiten - ihn klassifizieren, die erforderlichen Maßnahmen in die Wege leiten, alle beteiligten Menschen und Behörden mit Informationen versorgen. Computerprogramme helfen ihnen, das Risiko einzuschätzen und zu analysieren. Abläufe und Notfallpläne werden verknüpft, Gefahrenmeldetechnik mit Kunden- und Objektdaten sowie speziellen Notfallplänen. Alle Bedienungsschritte, Aktionen und Kommunikationen der Leitstelle werden kontrollierbar aufgezeichnet. Vom Nervenzentrum des Unternehmens aus werden unter anderem rund 1500 Alarmaufschaltungen überwacht, wird auf Brand- und Einbruchsalarme reagiert. 500 Menschen vertrauen mit ihrem Hausnotruf WDU quasi ihr Leben an. Für Wohnungsgesellschaften, Stadt- und Wasserwerke werden hier Störungs- und Havariemeldungen entgegengenommen und an Einsatzteams weitergeleitet. Das macht das Leben von 40000 Endverbraucher komfortabler, ermöglicht im Ernstfall schnelle Hilfe, spart Auftraggebern Geld.

Die WDU-Mitarbeitern fahren mit ihren zirka 80 Kfz im Jahr etwa 2,5 Millionen Kilometer und legen damit einen Weg zurück, der reichlich 60-mal um die Erde reichen würde.

1990 hatte Siegmund Bäsler WDU als Wachdienst mit drei Leuten gegründet. Heute sind es 260 Mitarbeiter, die Millionenumsätze machen. 21 Lehrlinge befinden sich bei WDU in Ausbildung. Einer der buntesten Aufträge war der Objektschutz für die jüngste Bundesgartenschau. Kommunen und Kommunalunternehmen sind die größten Auftraggeber, berichtet Geschäftsführer Nico Bäsler dem Minister auf dem Weg durch die Firma. WDU wiederum hat im Vorjahr an andere Firmen Aufträge im Nettowert von fast 1,9 Millionen Euro vergeben.

Quelle: www.moz.de

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